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MYO FUNKTIONELLE THERAPIE

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Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien können auf verschiedene Art und Weise entstehen. Es spielen sowohl genetische Faktoren als auch Umweltfaktoren eine Rolle.

Fehlfunktionen der Mund und Gesichtsmuskulatur, wie z.B. Lutschen, Lippenlecken, Lippenbeissen und Nägelkauen, eine falsche Zungenlage oder offene Mundhaltung sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Die myofunktionelle Therapie (MFT) ist ein Muskel-Funktions-Training für Gesichts- und Zungenfunktion.

Mit ihr werden schädliche Gewohnheiten (Habits) abgebaut und physiologische Bewegungsmuster erlernt.

Bei fehlenden und/oder verzögerten Funktionen müssen korrekte Bewegungsmuster angebahnt werden, um somit eine myodynamische Balance im Bereich der Gesichts- und Zungenfunktion zu erreichen.

Die MFT wird u.a. in der Onkologie, in der Chirurgie, z.B. nach Kehlkopfoperationen, nach Kieferkorrekturen, nach Unfällen, in der Zahnmedizin und in der Kieferorthopädie bei Heranwachsenden vorbeugend oder begleitend eingesetzt.

Habits

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Gewohnheiten wie "Nuckeln, Lutschen, Lippenkauen, Lippenbeissen, Lippenlecken, Nägel- und Bleistiftkauen, Haarelecken" usw. werden in der MFT so früh wie möglich abgewöhnt um die Auswirkungen auf das bleibende Gebiss so gering wie möglich zu halten und eine erfolgreiche MFT- und Kieferorthopädischen Behandlung durchführen zu können. Je später es zur Beseitigung der Habits kommt, desto grösser die Gefahr das es nicht mehr zur Selbst-heilung kommt. Dann nämlich bestehen evtl. schon längst andere Fehlfunktionen die durch die Fehlstellung und Anomalien aufrecht erhalten werden. Lutschgewohnheiten (Habits) sind Ursachen für Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien, aber nicht jeder der lutscht bekommt eine Fehlstellung der Zähne oder einen Kieferanomalie.

Fehlstellung der Zähne und Kieferanomalien sind abhängig von:

  • Intensität und Qualität der Gewohnheit (z.B. Lutschen usw.)

  • Dauer der Gewohnheit ( als Baby, im Kindesalter, Vorschulalter, Schulalter, nur bei Langeweile, während dem Einschlafen, bei Hunger oder Müdigkeit, usw.)

  • Konstitution und Gesichtsschädelaufbau

Form und Funktion

Die MFT basiert auf der Erkenntnis, dass eine ausgeglichene Funktion der Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur ( Muskelbalance) eine optimale Zahnstellung bewirkt.

Es ist ein Zusammenspiel zwischen Form und Funktion:

  • Die Form bedingt eine entsprechende Funktion

  • Die Funktion bewirkt eine entsprechende Form

Die Zunge hat Power

Die Zunge spielt in der MFT und Kieferorthopädie eine zentrale Rolle. Sie hat grossen Einfluss auf die Entwicklung der Zähne, der Zahnstellung und des Gaumens. Die Zunge hat ihre Ruheposition am Gaumen, cirka 2- 4 mm hinter den vorderen und oberen Frontzähnen. Beim normalen Schlucken drückt die Zunge gegen diesen Punkt, die Lippen sind geschlossen und die Seitenzähne werden leicht zusammen gebissen.

  • Die Zunge hat Power: 1.5 bis 3.0 kg,

  • Der Mensch schluckt zirka 2000 mal in 24 Std.

  • Beim falschen Schlucken müssen die entsprechende Zähne täglich diesem Druck standhalten.

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Abb: beim falschen Schlucken drückt die Zunge gegen die Frontzähne und kann eine Prothese destabilisieren oder drückt die bleibenden Zähne nach vorne.

Peter Helms / GZM 2/2001

 

Schlucken lernen

Die MFT bewirkt ein neues, physiologisches und funktionell korrektes Schluckmuster:

  • indem die Zunge beim Schlucken ihre Kraft nicht mehr gegen die Zähne druckt

  • indem die Zunge während des Schluckvorganges am richtigen Ort (am Gaumen), hinter den oberen Frontzähne gehalten wird.

Einige Ziele der MFT:

  • Abbauen von Habits

  • Muskuläres Gleichgewicht im Gesichts-, Mund- und Kieferbereich

  • Lippenschluss

  • die Nasenatmung wird gefördert

  • der Nasenraum wird erweitert

  • physiologisches Zungenruhelage

  • physiologisches Schlucken

  • ein offener Biss kann sich schliessen und wird nicht wieder durch den Zungenstoss aufgedrückt.

  • ein korrigierter Kreuzbiss kann gehalten werden.

  • ein bis dahin durch eine schlaffe Zunge offen gehaltener Mund kann geschlossen werden.

Gleichermassen Beachtung findet in der MFT der Spannungs- und Funktionsausgleich von Gesichts- und Kiefermuskulatur wie auch des Ganzkörperbereichs. Ist die Gesichts- und Mundmuskulatur unausgeglichen, finden sich oft Parallelen im gesamten Körper.

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Abb: die Stellung und Stabilität der Zähne ist von den Kräften der Kau- und Gesichtsmuskulatur abhängig.

 

Peter Helms / GZM 2/20

MFT in jedem Alter

Die MFT spielt eine wichtige Rolle:

  • in der frühkindlichen Entwicklungsförderung

  • in der Präventive und frühe Förderungsmassnahmen im Vorschulalter

  • bei der Funktionskorrigierende Massnahmen im Schulalter

  • im Erwachsenenalter im Rahmen der Kieferorthopädie, Kieferchirurgie, Paradontologie, u.a.

  • bei mangelhaftem Prothesenhalt

  • in der Begleittherapie bei Behinderungen und Unfallfolgen

Die MFT ist präventiv, vorbereitend oder begleitend und ersetzt eine kieferorthopädische Behandlung jedoch nicht. Sie ist als unterstützende Massnahme eines ärztlichen Behandlungskonzeptes zu verstehen.

Biss im Alter

Sie haben eine Prothese die nicht gut haftet. Das Problem liegt wahrscheinlich eher in einer Dysbalance (Muskelungleichgewicht) der Gesichts- und Mundmuskulatur als an die Prothese.

In der MFT (Muskel-Funktions-Training) wird zuerst eine Befundaufnahme betreffend Ihren Problemen gemacht. Anschliessend folgt eine Funktionsanalyse der Gesichtsmuskulatur (Lippen und Wangen) und der Zunge.

Auf der eine Seite können schwache Lippen die Prothese nicht halten, auf der andere Seite kann eine zu starke Zunge die Prothese nach aussen drücken. Die Prothese hat keine Chance gehalten zu werden.

Erwachsene und MFT:

Folgende Habits abgewöhnen:

  • Fingernägelkauen, Lippenbeissen, Lippenlecken,

  • Haarespitzen- und Bleistiftkauen, Zähneknirschen,

  • Zähnepressen

  • Zungenpressen

  • Falsches Schlucken

  • Mundatmung

Einige Ziele:

  • Orientierung der Zunge am richtigen Ort im Mund

  • Kräftigung der Lippen und Wangenmuskulatur

  • Richtiges Schlucken

  • Nasenatmung

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Abb: mit Hilfe der Myofunktionellen Therapie kann auch der ältere Patient das physiologische Schlucken erlernen. Dann drückt die Zunge während des Schluckens gegen den Gaumen.

 

Peter Helms / GZM 2/2001

 

© Helma Kaspers - 2003, IIG MFT- Schweiz

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